SchamottGrid
Häufige Fragen

Offen gefragt, offen beantwortet

Wo etwas noch nicht feststeht, sagen wir das. Ein Forschungsvorhaben lebt davon, dass die offenen Punkte benannt werden — nicht davon, dass sie schöngeredet werden.

Für Anwohnerinnen und Anwohner

Was kostet mich die Teilnahme?

Der Eintrag in die Interessentenliste kostet nichts und verpflichtet zu nichts. In der ersten Phase geht es um Gespräche und um die Frage, welche Anwesen technisch überhaupt in Frage kommen.

Ob und wann später Kosten entstehen, hängt davon ab, ob das Vorhaben bewilligt wird und in welcher Form Sie teilnehmen möchten. Wir werden das offen und schriftlich darstellen, bevor irgendjemand etwas unterschreibt.

Muss ich meine Heizung austauschen?

Nein, das ist gerade der Kern der Sache. Der Speicher liefert 70 °C Vorlauftemperatur. Damit funktionieren vorhandene Heizkörper im Altbau weiter — anders als bei einer normalen Wärmepumpe, die für niedrige Vorlauftemperaturen ausgelegt ist und meist eine Fußbodenheizung voraussetzt.

Der Schamottspeicher lässt sich auch als Erweiterung einer bestehenden Öl- oder Gasheizung einbinden. Genau diese Integration ist ein Arbeitsschwerpunkt im Vorhaben.

800 °C im Garten — ist das sicher?

Die Temperatur liegt im Inneren des Speichers, umschlossen von Schamott, Dämmung und einer Betonhülle. Nach außen bleibt das Modul handwarm. Das Prinzip ist keine Neuentwicklung, sondern das eines Kachelofens oder Speicherofens — nur größer und ohne Verbrennung.

Weil ein Speicher ohne Brennstoff und ohne offene Flamme arbeitet, ist die Brandlast geringer als bei einer Öl- oder Gasheizung. Genau darauf zielt das Bonusprogramm, das mit einem Versicherungspartner entwickelt wird. Brandschutz und Statik werden von einem Architekturbüro begleitet, die Genehmigungsfähigkeit vom Bauamt der Stadt Melle.

Kommt jetzt ein Bagger durch mein Grundstück?

Für ein Wärmenetz wäre das nötig — deshalb machen wir es nicht. Die Berechnung zeigt: Eine Wärmetrasse durch die Streusiedlung kostet rund 12,3 Mio. €, dieselbe Trasse als Stromkabel rund 3,4 Mio. €. Ein Stromkabel braucht einen deutlich kleineren Graben und verliert unterwegs kaum Energie.

Ob und wo überhaupt Leitungen entstehen, ist Gegenstand der Forschung. Ohne Einverständnis der Eigentümer passiert auf keinem Grundstück etwas.

Warum wird ausgerechnet hier geforscht?

Weil hier gerade ohnehin gebaut wird. Anlass ist der Wiederaufbau eines durch Brand zerstörten Gebäudeensembles im Außenbereich. Statt einer konventionellen Ersatzheizung entsteht ein echter Forschungs-Demonstrator.

Der Standort ist ungewöhnlich gut geeignet: Ein Einfamilienhaus, ein Mehrfamilienhaus mit drei vermieteten Wohnungen und eine Werkstatt mit realer Prozesswärme bilden Wohnen, Vermietung und Gewerbe an einem einzigen Ort ab. Zwei benachbarte Höfe erlauben zusätzlich, die Übertragbarkeit auf eine echte ländliche Nachbarschaft zu erproben.

Was passiert mit meinen Daten?

Ihre Angaben werden ausschließlich für dieses Vorhaben verwendet und nicht weitergegeben. Der Rundbrief lässt sich in jeder E-Mail mit einem Klick abbestellen; die Anmeldung wird vorher per Bestätigungsmail geprüft, damit niemand fremde Adressen einträgt.

Die gesamte Plattform — Website, Dateiablage, Videokonferenz — läuft auf eigenen Servern in Deutschland. Näheres in der Datenschutzerklärung.

Zur Technik

Warum Schamott und nicht eine Batterie?

Weil Wärme gebraucht wird, nicht Strom. Eine Batterie speichert Strom teuer, um ihn später wieder in Wärme zu wandeln. Schamott speichert die Wärme direkt — zu einem Bruchteil der Kosten je Kilowattstunde und ohne kritische Rohstoffe.

Ein netzdienlicher Batteriespeicher ist im Cluster-Szenario trotzdem vorgesehen, aber für eine andere Aufgabe: kurzfristige Netzstabilität statt Wärmebereitstellung.

Wie lange hält die Wärme?

Der Speicher ist als Kurzzeit- bis Mehrmonatspuffer ausgelegt. Die saisonale Deckung über den ganzen Winter übernimmt ein ergänzendes Erdsondenfeld mit Wärmepumpe.

Wie groß die Verluste über mehrere Monate tatsächlich sind, ist eine der zentralen Forschungsfragen. Die einer beteiligten Hochschule es am Demonstrator nach.

Woher kommt der günstige Strom?

Aus drei Quellen: der eigenen Photovoltaik, Überschussstrom zu Zeiten niedriger oder negativer Börsenpreise, und perspektivisch aus einer Direktlieferung von einer Windkraftanlage in der Nähe.

Der wirtschaftliche Hebel liegt bei der Direktlieferung: Netzbezug führt zu rund 39 Cent je Kilowattstunde Wärme, eine Direktlieferung zu etwa 7 bis 10 Cent. Der Unterschied sind im Wesentlichen vermiedene Netzentgelte.

Und wenn die Sonne wochenlang nicht scheint?

Dann arbeitet die Wärmepumpe mit dem Erdsondenfeld weiter, und der Speicher kann auch mit Netzstrom nachgeladen werden — dann eben zum normalen Tarif. Die Anlage fällt nicht aus, sie wird nur teurer im Betrieb.

Zur Schließung der Winterlücke gehört außerdem ein Solarzaun, der im Winter bei flachem Sonnenstand mehr liefert als eine Dachanlage.

Zur Förderung

Ist das Projekt schon bewilligt?

Nein. Die Projektskizze wird zum 2. Oktober 2026 beim Projektträger Jülich eingereicht. Danach entscheidet eine Jury, welche Vorhaben in die DESIGN-Phase aufgenommen werden — vorgesehen sind bis zu zehn Projekte mit einer Förderung von bis zu 1 Mio. € über bis zu zwei Jahre.

Wir sagen das bewusst so deutlich, weil auf dieser Seite nichts steht, was schon entschieden wäre.

Warum wird erst nach der Bewilligung gebaut?

Das Kapital für den Bau steht bereit. Würde die Anlage jetzt errichtet, wäre sie eine private Bestandsanlage — und damit nicht förderfähig. Als Forschungs-Demonstrator ist dagegen der experimentelle Mehraufwand gegenüber einer Standardheizung förderfähig.

Der bewusste Aufschub ist also kein Zögern, sondern die Voraussetzung dafür, dass aus einer Einzelanlage ein übertragbares Forschungsergebnis wird.

Warum ist Ihnen die Nachbarschaft so wichtig?

Zum einen, weil eine Technik, die nur an einem Haus funktioniert, kein Quartiersansatz ist. Der Nutzen entsteht erst im Verbund — beim gemeinsamen Stromeinkauf und bei der gemeinsamen Nutzung von Erzeugungsspitzen.

Zum anderen, weil Kommunikation eine der sechs Wettbewerbsdisziplinen des Innovationswettbewerbs ist. Wie viele Menschen aus der Nachbarschaft sich beteiligen, ist für die Bewerbung nicht nebensächlich, sondern ein Bewertungskriterium.

Ihre Frage war nicht dabei?

Schreiben Sie uns — wir nehmen häufige Fragen hier auf.

Frage stellen kontakt@waermstens.de